30 Jahre Masters of the Universe

Jeder, aber auch jeder kennt ihn. Er stammt aus einer Zeit der neuen Science-Fiction, Fitnesswelle und Vokuhilafrisuren. Es ist der mächtigste Mann des Universums und war es auch in vielen Spielzimmern.

Sein Name: Heman

 

Pädagogen und besorgte Eltern schlugen damals die Hände über den Kopf zusammen. 1982 stürmte ein Mann und eine Horde Monster die Kinderzimmer. Dieser Mann war halbnackt, muskelbepackt und mit Axt und Schwert bewaffnet. War es Conan der Barbar? Nein, es war He-Man der mit seinen Getreuen Mitstreitern Man-at-Arms, Zauberer Orko und Teela die bösen Machenschaften Skeletors aufhalten sollte. Nicht zu vergessen ist Battlecat, der treue Kampftiger im legeren grün-gelben Streifenlook.

Doch auch der fiese Skeletor ist nicht alleine. Beast-Man, Leibwächter Trap Jaw, Magierin Evil-Lyn und Kundschafter Tri-Klops kämpfen zusammen mit ihm um die Herrschaft des Planeten Eternias.

 

Damit wäre die ganze Story auch schon umrissen. Leider haben es die Macher es damals komplett verpasst eine einheitliche Geschichte für die Figuren zu entwickeln und so überkreuzen sich die Geschichten der Comics mit denen der berühmten Zeichentrickserie. Die Hörspielserie widerspricht sich anfangs sogar mehrere male selbst.

So ist He-Man anfangs noch als ein Krieger eines Barbarenvolkes geplant und dann doch lieber ein Kämpfer, der sich in der Gestalt des harmlosen Pazifisten Prinz Adam versteckt. Teela ist mal die Herrin Eternias, dann wieder die Tochter des Königs und später degradiert zur Herrin der Leibwache. Und auch die Herkunft Skeletors führte bei Fans immer wieder zu Spekulationen. Einst soll er aus der Vergangenheit kommen, aufgeladen mit dem Bösen der antiken Riesen. Doch dieses konzept wurde nicht weiter verfolgt und nach letztem Stand ist er der bösartige Halbbruder des Königs Randor. Damals noch unter dem Namen Keldor unterwegs. Ausgrund eines fehlgeschlagenen Säureangriffs verätzte Keldor sein Gesicht, floh und wurde nun zu Skeletor.

Insgesamt kann man recht viele populäre Filme in der Serie wiedererkennen. Superman, Star Wars, Conan. He-Man war einfach ein Kind seiner Zeit.

 

Wirklich interessant ist, dass die berühmten He-Man-Figuren von Mattel in Deutschland lange Zeit nur die Hörspiele als Begleitung hatten. Diese wurde nämlich 1984-1988 mit 37 Folgen von Europa produziert. Die Zeichentrickserie feierte erst 1988 auf Tele5 in Deutschland ihre Premiere. Damals hatten aber auch erst die allerwenigsten Haushalte einen Anschluss, um Privatfernsehen zu empfangen.

Das Hörspiel ist übrigens auch eine ganz eigene Sache. Die Hörspiele gab es nämlich nur in Deutschland und waren insgesamt ein wenig finsterer als der US-Cartoon. Während im Zeichentrick He-Man seine Gegner eigenlich höchstens mit einer kleinen Schwertparade entwaffnete und so in die Flucht schlug, so geht es bei den Hörspielen ein wenig herber zu. Da wird auch mal Mord und Totschlag gefordert (aber nie wirklich durchgeführt) und von manipulativen Gehirnoperationen geredet. In der Fernsehfassung ist He-Man auch wesentlich stärker. Er kann dort viele Meter hoch springen und kleinere Gebirge ganz einfach herumwerfen. In der Kassettenversion dagegen erscheint er eher als überstarker Mensch, aber nicht so sehr wie der Superman in der Fernsehfassung.

 

Mattel verdiente Milliarden mit He-Man, doch 1988 wurde die Serie nach unzähligen Erweiterungen eingestellt. Wahrscheinlich war die Zielgruppe einfach zu alt geworden.

Neues Leben sollte dem Merchandie eingehaucht werden. Mit "New Adventures of He-Man" versuchte Mattel einen kompletten Neustart. Die Geschichte sollte nun 1000 Jahre in der Zukunft spielen. Dort sollten die beiden einzigen Ursprungsfiguren He-Man und Skeletor neue Anhänger finden und ihren Streit weiter verfolgen. Doch der Schnitt war zu hart und He-Man bei den meisten Kids ganz einfach out. 1993 wurde dieser bei den meisten Fans unbeliebter Teil der He-Man Saga eingestellt.

 

Still wurde es um die intergalaktischen Muskelmänner.

Doch gab es noch immer einen kleinen harten Kern von Fans. Diese tingelten über Flohmärkte und sammelten fleissig weiter. Als dann das Internet auch in viele Privathaushalte einzog, konnten sich die "He-Fans" organisieren. Sie stellten fest, dass sie gar nicht so alleine sind mit ihrer Leidenschaft. Mattel reagierte und produzierte eine kleine Reihe an Figuren speziell für die Sammler. Dafür musste Mattel sogar Figuren bei Ebay eingekaufen, da die original Gussformen der Figuren längst entsorgt waren.

 

Beflügelt durch den Erfolg der Sammelfiguren wurde dem Merchandise eine weitere Chance gegeben. Eine neue Zeichentrickserie wurde produziert und auch neue Figuren erstellt. Leider ebbte dieser Versuch schnell wieder ab und der Cartoon wurde bereits nach 39 Folgen wieder aufgegeben.

Dieser Rückschlag konnte die seit jahrzehnten treuen Fans jedoch nicht abtrünnig werden. Seit 2008 vertreibt Mattel wieder Figuren für Sammler und jeden Monat können sich die Anhänger He-Mans über neugestaltete Figuren ihrer klassischen Helden freuen. Diese sind hochwertig verarbeitet und sehr viel detaillierter als ihre unbeweglichen Plastikkameraden aus den 80er Jahren.Doch macht das die alten Figuren wertlos? Im Gegenteil! Originalverpackte Figuren können Preise ab 300€ aufwärts erzielen. Hätten unsere Eltern als für unsere Zukunft gut investiert, dann hätten sie besser ganze Sätze von He-Man Figuren kaufen und auf Dachböden oder Kellern einschliessen sollen

 

Angenommen Max kam 1987 zur Welt und seine Eltern hätten sofort 1500 DM für He-Man Figuren ausgegeben (ca. 100 Figuren), damit Max diese 2012 zu seinem 25. Geburtstag geschenkt bekommt, dann hätte Max zu seinem 25. Geburtstag sich mit seinem 30.000-45.000 € Schatz eine eigene Wohnung, 1-2 Harley Davidsons oder einen BMW Z4 kaufen können.

Hätte, hätte, Fahrradkette.

 

 

 

Nun sind 30 Jahre um. Herzlichen Glückwunsch lieber He-Man. Ich wünsche dir und deinen He-Fans, dass ihr noch viele Jahre mit Neuigkeiten und Artikeln bedient werdet.

Bei der Macht von Grayskull!

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