Wir waren schon früher kaputt.

"Früher war alles besser!" Ein Satz, den wohl jeder schon mal gehört, geäußert oder zumindest gedacht hat.

Doch während wir heute vor religiösen Fanatikern und globaler Erwärmung zittern, waren die Ängste in den 80er Jahren nicht viel kleiner. Die Zeichen standen politisch und ökologisch auf Sturm.

Tschernobyl, Exxon Valdez, Golfkrieg, schrumpfender Aralsee, saurer Regen, Ozonloch, Treibhausgase, nukleare Bedrohung, Wal- und Waldsterben.

Auch medial wollte uns die nahe Zukunft nie wirklich gefallen.

Ältestes bekanntes Beispiel dürfte der Film Metropolis (1927) von Fritz Lang sein, welcher in einer dystopischen Gesellschaft spielt.

Da dieser Blog sich aber eher mit den 80ern und 90ern beschäftigt, lassen wir mal diese Urgesteine der Filmgeschichte außen vor und werfen einen Blick auf die moderneren Apokalypsen im Kino.

 

Manche Filme waren sehr konkret mit ihrem Endzeitdatum und so sollte z.B. am 29. August 1997 Skynet ein Selbstbewusstsein erlangen und eine atomare Apokalypse auslösen. Nicht gemerkt? Da geht draußen die Menschheit unter und Sie haben mal wieder nicht aufgepasst.

Ist ja eigentlich auch nicht so schlimm, denn der vermeintliche Untergang wurde nach Terminator (1984) mit jeder weiteren Fortsetzung weiter nach hinten verlegt und so sollte in Terminator 3 (2003) die Welt am 25. Juli 2005 in Flammen aufgehen und in Terminator: Die Sarah-Connor-Chroniken (2008-2009) erst am 21. April 2011.

 

Doch die Welt kann ja auch in anderer Form unbequem werden. Hier ein kleiner Ausschnitt:

 

- So sollte in Mad Max (1979) die Welt in den 80er Jahren wirtschaftlich zugrunde gehen und in gesetzlosen Banden in dreckiger Lederkleidung durch das staubige, australische Outback streifen.

 

- Immer auf der Suche nach dem entführten Präsidenten wird sich "Die Klapperschlange" (1981) im Jahr 1997 ihren Weg durch New York nehmen, welches 1988 zu einer Gefängnisinsel umfunktioniert wurde.

 

- In einer dystopischen Gesellschaft ohne Natur werden wir uns im Jahr 2019 wiederfinden. Konzerne werden den Alltag regeln und Replikanten die unangenehmste Arbeit übernehmen. So jedenfalls möchte uns Blade Runner (1982) jedenfalls die Zukunft in fantastischen Film Noir Bildern erklären.

 

- Ähnlich wie in Terminator geht die Welt in "The Day after - Der Tag danach" (1983) die Welt im nuklearen Dauerfeuer unter. Obwohl hier keine coolen Kampfroboter vorkommen, sollte das Werk immerhin der bis heute erfolgreichste Fernsehfilm werden. Ich habe mich erst mit mitte 20 an diesen Film getraut, weil ich immer vor dem Film gewarnt wurde, dass dieser ganz, ganz grausam sei. Nach dem Film erkannte ich mal wieder den Unterschied zwischen grausam und brutal. Ich habe mir als Kind den Film wahrscheinlich sehr viel blutdrünstiger vorgestellt als er in Wirklichkeit ist. Es geht nicht um Verbrennungen und Verstümmelungen, sondern um die Zeit kurz nach dem nuklearen Feuer. Die verzweifelte Suche nach Wasser, Nahrung, Schutz, Behandlungsmöglichkeiten und den Angehörigen. Eine subtile Art des Horrors.

 

- „Zac Hobson, 5. Juli. Erstens: Im Projekt Flashlight hat es eine Fehlfunktion gegeben, mit verheerenden Folgen. Zweitens: Es scheint, dass ich der einzige Überlebende bin.“ In "The Quiet Earth" (1985) verschwinden von einem Moment zu nächsten einfach alle Menschen. Ein Interessanter Film, den man sich mal gegönnt haben sollte bevor wieder 5. Juli ist.

 

- Ein etwas trashiger Film ist "Split Second" (1992).

Wir schreiben das Jahr 2008. Durch den Treibhauseffekt ist der Meeresspiegel stark angestiegen und flutete weite Teile der Erde. In London steht das Wasser kniehoch und Rutger Hauer muss durch dieses Wasser waten auf der Jagd nach einem dämonischen Serienkiller.

 

- Im Jahr 2035 wird ein Zwangfreiwilliger in die Vergangenheit reisen, um das Geheimnis der 12 Monkeys (1995) die Erde vor einem Virus zu retten, welches die Menschheit nicht nur um 5 Milliarden erleichtert hat, sondern auch unter die Erde zwingen wird. Wir wünschen ihm dabei viel Glück!

 

- Kevin Costner machte nicht nur Endzeit für die Zuschauer, sondern auch für sich selber. Nach dem Flop von Water World (1995) erreichte er nie wieder eine so große Popularität wie noch zu Zeiten von Bodyguard, Robin Hood oder Der mit dem Wolf tanzt.

 

- Im Jahre 2013 sind die USA nach einem Atom- und Bürgerkrieg verwüstet. Costner versucht sich in Postman (1997) ein zweites mal an Apokalypse und an den Kinokassen für Endzeitstimmung. Das Publikum wollte einfach keine Geschichten eines berittenen Postboten auf der großen Leinwand sehen.

 

 

Auch nach 2000 gab es noch viele apokalyptische Filmvisionen.

The Day after Tommorrow (2004),Sunshine (2007), I am Legend (2007), The Happening (2008), Knowing (2009), "2012" (2009), The Book of Eli (2010) und sogar eine deutsche Variante namens "Hell" schaffte es 2011 in die Kinos.

 

Der Untergang der Menschheit hat an Kinokassen stets Konjunktur. Egal ob die Menschheit in den wirtschaftlichen, politischen, ökologischen Abgrund schaut. Ob sie von Außerirdischen bedroht wird oder von Viren, die Agonie verkauft sich immer besser als die Zufriedenheit.

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Kommentare: 2
  • #1

    Alina (Donnerstag, 28 Februar 2013 02:07)

    eine gute inspiration für meine to-watch-list. :) danke

  • #2

    vossey (Freitag, 01 März 2013 01:53)

    Gerne doch. :)